Am Samstag (06. 02. 2021) tritt der TSV Unterhaching um 19 Uhr bei der SVG Lüneburg zum vorletzten Auswärtsspiel an.

Es ist derzeit immer das Gleiche: Die jungen Volleyballer des TSV spielen solide, zeigen deutliche Steigerungen zur Vorrunde, aber die Punkte oder Satzgewinne fehlen meist noch. „Oft fehlt uns immer noch der letzte Punch. Am Satzende geraten wir oft in Hektik, verlieren die Leichtigkeit. Daran ist zu arbeiten, aber das lässt sich im Training schlecht simulieren. Dazu brauchen wir Spielpraxis“, weiß Coach Patrick Steuerwald.

Die nächste Gelegenheit aus der Dauerschleife zu entkommen und mal nicht nur Lob, sondern auch Punkte oder zumindest Sätze zu holen, bietet sich in Niedersachsen. In der Gellersenhalle in Reppenstedt (in der Nähe von Lüneburg) wartet der Tabellenneunte auf Haching. Auch wenn beide Kontrahenten nur ein Tabellenplatz trennt, sportlich trennt sie sehr viel. Lüneburg ist noch voll im Kampf um die Play-Offs, will unbedingt runter vom undankbaren neunten Platz. Die Chancen dazu sind durchaus vorhanden, die „Lüne Hünen“ sind in Schlagdistanz zur Konkurrenz und haben noch weniger Spiele absolviert als viele Ligakonkurrenten. Allerdings hat das Team von Stefan Hübner derzeit mit Ausfällen zu kämpfen. Mittelblocker Dalton Solbrig wurde nach einer Knochenabsplitterung bereits am Fuß operiert und auch Außenangreifer Konrad Thole fehlte zuletzt mit Hüftproblemen. Verstärkt haben sich die Niedersachsen seit dem 3:1 in Unterhaching mit Zuspieler Gijs van Solkema. Der Niederländer kehrte zum Jahreswechsel von Europapokalteilnehmer Polonia London nach Lüneburg zurück. „Wir müssen auch bei Lüneburg versuchen, unser Ding zu machen. Wir schauen nicht auf den Gegner. Schön wäre es, wenn sich die Jungs mal für ihren Aufwand belohnen. Aber Lüneburg ist ein starker Rivale und hat nichts zu verschenken“, so Steuerwald vor der letzten langen Reise mit Übernachtung in dieser Spielzeit.

Zuschauer sind auch in Reppenstedt erneut keine zugelassen. Die Fans können die Partie aber zu Hause im kostenlosen, kommentierten Live-Stream bei sporttotal.tv verfolgen. Das Spiel der Hachinger zuletzt gegen Frankfurt wurde von 1500 Volleyballfreunden live von daheim aus verfolgt.

 

Text: Jochen Wessels

Foto: Edmund Zuber

Mit 0:3 (23:25; 17:25; 26:28) verlor der TSV Unterhaching beim VfB Friedrichshafen, verkaufte sich aber erneut teuer.

Simeon Topuzliev brachte die Bayern in Führung (0:1). Es entwickelte sich ein spannender Satz auf Augenhöhe gegen ein allerdings verändertes Team des Rekordmeisters. Erwartungsgemäß schonte Coach Warm einige seiner Akteure im Hinblick aufs Topspiel in Berlin und die anstehenden Aufgaben in der Champions League, auf den Ex-Hachinger Böhme musste er verletzungsbedingt verzichten. Mitte des Satzes konnte Haching mehrere Male ausgleichen, unter anderem durch Suck, Gehringer und Zahar, aber auch durch Fehler der Gastgeber. Den Häflern unterliefen ungewohnt viele Aufschlagfehler, aber auch Punktverluste durch Übertritt (Worsley zum 11:12) oder durch einen Aufstellungsfehler. Letztlich gewann der VfB den Satz aber knapp.

In den zweiten starteten die Männer vom Bodensee souveräner, setzten sich schnell mit vier Punkten ab (8:4). Diesen Rückstand konnten die jungen Hachinger nicht mehr einholen, obwohl sie aufopferungsvoll dagegenhielten. Die spektakulärste Aktion des Satzes blieb Topuzliev vorbehalten, als er bei 24:17 beim Rettungsversuch in die Bande rauschte.

In der ganzen Partie überzeugte vor allem wieder Hachings Annahme (Libero Graven wurde MVP), aber auch Block und Angriff zeigten sich verbessert. In Satz drei gingen nun die Gäste in Führung, Jonas Sagstetter stellte zur technischen Auszeit auf 5:8. Doch wie zuletzt auch fehlte noch die Erfahrung und Ruhe, so einen Vorsprung zu halten oder zu vergrößern. Lukas Maase glich für den VfB aus (9:9). Es entwickelte sich eine enge Rallye. Bei 15:18 kam kurz Hoffnung auf einen größeren Vorsprung der Oberbayern auf, doch der Referee korrigierte selbst einen eigenen Fehler, stellte zurecht auf 16:17 zurück. Fünf Matchbälle konnten die Hachinger am Ende mit Nervenstärke abwehren, Topuzliev unter anderem mit dem einzigen Ass der Hachinger in dieser Partie. Letztlich setzte sich aber doch die Erfahrung der Gastgeber durch, Maase machte mit dem sechsten Matchball den Deckel drauf.

„Ein Satz wäre heute wieder drin gewesen“, fand Kapitän Roy Friedrich, der die Partie heute von außen beobachtete. „Man hat schon gemerkt, dass Friedrichshafen heute nicht mit der ersten Sechs spielte, sie haben recht viele Eigenfehler gemacht. Wir konnten an die Partie gegen Giesen anknüpfen, spielen sicherer, mit mehr Geduld und mit mehr Druck im Aufschlag. Schade, dass es uns aber immer noch nicht gelingt, uns am Ende auch mit Punkten, oder hier am Bodensee zumindest mit nem Satz, zu belohnen. Dafür passieren immer noch zu viele Fehler. Aber wir bleiben dran und versuchen uns step by step zu verbessern.“

Den nächsten Beweis können die Hachinger am kommenden Sonntag (31. 01. 2021) erbringen. Um 16 Uhr legen die United Volleys Frankfurt dann ihre Visitenkarte in der Bayernwerksportarena vor.

 

Text: Jochen Wessels

Foto: Günter Kram (VfB Friedrichshafen)